Kuscheltherapie – Was ist das? Was soll das? Was kann das?
Kuscheltherapie – professionelles Kuscheln – ist für viele Menschen zunächst erklärungsbedürftig.
Was genau passiert dabei? Wofür ist das gut? Und warum braucht es dafür überhaupt ein eigenes Angebot?
In diesem Artikel erfährst du, was Kuscheltherapie ist, wie sie sich von Massage, Wellness oder Sexualität unterscheidet und welche Wirkungen achtsame, nicht-sexuelle Berührung auf Körper, Nervensystem und Wohlbefinden haben kann.
Im folgenden Video bekommst du einen kurzen Eindruck: „Was ist Kuscheltherapie und wie läuft eine Session ab“
Einführung: Kuscheltherapie kurz erklärt
Kuscheltherapie – unser professioneller Kuschelservice – verbindet achtsame, nicht-sexuelle Berührung mit emotionaler Offenheit und schafft einen geschützten, klaren Raum für Nähe. Sie wirkt auf Körper, Nervensystem und emotionale Ebene gleichermaßen – und setzt dort an, wo vielen Menschen im Alltag etwas Wesentliches fehlt: liebevolle, absichtslose Berührung.
Kuscheltherapie spricht zwei grundlegende menschliche Bedürfnisse an: das Bedürfnis nach Berührung und das Bedürfnis, wahrgenommen und angenommen zu werden. Sie kann einfach Ruhe, Geborgenheit und Entspannung schenken. Gleichzeitig kann sie – je nach Anliegen – auch eine vertiefende, körperorientierte Dimension haben, in der Wahrnehmung, Grenzen und Selbstverantwortung gestärkt werden. Im Mittelpunkt steht dabei kein Leistungs- oder Veränderungsziel, sondern das bewusste Erleben von Nähe.
Kuscheln – Was ist das eigentlich?
Bevor wir von Kuscheltherapie sprechen, lohnt sich ein Blick darauf, was Kuscheln an sich ist – und wodurch es sich von anderen Formen von Berührung unterscheidet.
Definition Kuscheln
Kuscheln ist berührende Nähe zwischen Menschen. Es entsteht dort, wo Menschen sich einander körperlich zuwenden und in einen liebevollen Kontakt treten. Kuscheln schafft eine wortlose Verbindung. Kuscheln kann vieles sein: gehalten werden oder selbst halten, sanftes Kraulen, achtsames Streicheln oder kleine, nährende Massageeinheiten. Es kann ganz still und langsam sein oder verspielt und lebendig – je nachdem, was sich für die Beteiligten stimmig anfühlt.
Kuscheln ist Berührung – aber nicht jede Berührung ist Kuscheln.
Abgrenzung zu funktionaler & sexueller Berührung
Zwischen achtsamer, absichtsloser Berührung, dem empathischem Kuscheln und rein funktionaler, unemotionaler Berührung – etwa im medizinischen Kontext (z. B. medizinische Massage, Arztbesuch, Physiotherapie) oder bei alltäglichen Situationen wie einem Friseurbesuch – bestehen deutliche Unterschiede. Kuscheln beschreibt eine Form von Nähe, die nicht auf Funktion, Behandlung oder Zielerreichung ausgerichtet ist. Ebenso unterscheidet sich Kuscheln klar von Berührung im sexuellen Kontext. Diese Unterschiede zeigen sich sowohl in der Wahrnehmung des Fühlens, im inneren Erleben als auch in der Wirkungsweise von Berührung. Viele Menschen kennen vor allem funktionale oder sexualisierte Berührungen und vielleicht noch freundschaftliche kurze Umarmungen. Einfaches, zugewandtes Kuscheln – ist für viele ungewohnt, lange vergessen oder gänzlich neu.
Grundbedürfnis Nähe & Zugehörigkeit
Nähe und Zugehörigkeit gehören – neben Autonomie – zu den ursprünglichsten menschlichen Grundbedürfnissen. Menschen brauchen Berührung, um sich sicher, verbunden und angenommen zu fühlen. Dieses Bedürfnis ist tief im Körper und im Nervensystem verankert.
Berührung wirkt dabei weit über das Emotionale hinaus. Sie unterstützt unsere körperliche, emotionale und soziale Entwicklung und vermittelt dem inneren System: Ich bin nicht allein. Ich gehöre dazu. Fehlt diese Form von Nähe über längere Zeit, kann sich das als Einsamkeit, innere Leere, Stress oder chronische Anspannung zeigen. Ein Problem unserer heutigen, stark individualisierten Gesellschaft ist, dass viele Menschen zwar sozial eingebunden sind, jedoch nur wenig absichtslose, nährende Berührung erleben. Ihr Grundbedürfnis nach Nähe bleibt auf körperlicher Ebene unerfüllt – auch wenn der Kopf „weiß“, dass Kontakte da sind.
Warum Berührung für uns Menschen lebenswichtig ist und wie tief dieses Bedürfnis biologisch und sozial verankert ist, erfährst du hier: „Das menschliche Grundbedürfnis nach Verbindung und Berührung“
Lass dich gern von unterschiedlichen Kuschelpositionen inspirieren und entdecke, wie vielfältig Nähe, Geborgenheit und Kontakt gelebt werden können.
Kuscheltherapie – Was ist das?
Professioneller Rahmen
Kuscheltherapie ist eine professionelle Dienstleistung, die eine bestehende Lücke im Angebot rund um Berührung und Begleitung sichtbar macht und füllt. Während Psychotherapie primär über Gespräch, Beziehung und Zuwendung wirkt – und Massage über funktionale Berührung und körperliche Entspannung – verbindet Kuscheltherapie beides: achtsame Berührung und präsente, zugewandte Aufmerksamkeit. Sie richtet sich an Menschen, die Nähe, Geborgenheit und berührenden Kontakt bewusst erleben möchten.
Körper, Herz, Geist, Seele
Kuscheltherapie richtet sich an den ganzen Menschen. Sie berührt nicht nur den Körper, sondern auch Herz, Geist und Seele. Kuscheltherapeut:innen gestalten dafür einen klaren, geschützten Raum, in dem Klient:innen ankommen, sich zeigen und berührt werden können – ohne Erwartungen erfüllen zu müssen.
Sie werden gesehen, gehört und mit Respekt und Wertschätzung begleitet – als individuelle, liebenswerte Menschen.
- Körper – Du bist es wert, liebevoll berührt und geachtet zu sein. Deine Grenzen und Wünsche zählen.
- Herz – Von Herz zu Herz. Ich nehme dich an, wie du bist. Mein Herz verbindet sich mit deinem.
- Geist – Ich sehe dich! Ich höre dir zu. Ich nehme dich wahr. Ich urteile nicht, ich nehme dich an.
- Seele – Du bist wertvoll. Du bist ein menschliches Wesen – wie ich.
- Mensch – Du bist genau richtig, wie du bist. Du musst nichts leisten, es reicht, dass du bist.
Der Körper als Expert:in
In der Kuscheltherapie gilt der Körper der Klient:innen als Expert:in. Kuscheltherapeut:innen orientieren sich an den momentanen Bedürfnissen des Körpers und folgen den sich zeigenden Impulsen, Grenzen und Wünschen. Langsamkeit ist oft der Schlüssel, damit Entspannung, Weichheit und ein Gefühl von innerer Sicherheit entstehen können.
Wenn du dich für den konkreten Ablauf, Regeln und Vorbereitung interessierst, findest du hier eine ausführliche Orientierung: „Kuscheltherapie – Alles, was du (für deine erste Kuschelsession wissen) musst.“
Kuscheltherapie – Was soll das?
„Kuscheltherapie? – Ich geh lieber zur Massage!“
Eine verständliche Reaktion. Und passend, wenn du wirklich eine Massage brauchst.
Aber was, wenn es weniger um verspannte Muskeln geht – und mehr um liebevolles Gehaltensein, Nähe und menschliche Zuwendung?
Warum es dieses Angebot braucht
Viele Menschen spüren ein tiefes Bedürfnis nach Nähe und Berührung. Zugleich wissen sie oft nicht, an wen sie sich damit wenden sollen, wenn sich dieses Bedürfnis im privaten Umfeld nicht oder nicht ausreichend erfüllen lässt. Wellnessangebote wie Massagen oder Gesichtsbehandlungen werden sehr geschätzt – die Wellnessbranche boomt. Haustiere sind beliebt, und auch Sexarbeiter:innen berichten, dass sich viele Kund:innen weniger nach Sexualität als nach Gespräch, Nähe und Gehaltensein sehnen. Massage, Wellnessangebote oder andere Dienstleistungen können Entspannung, Wohlgefühl und Erholung schenken – und sind für viele Menschen wertvolle Ressourcen.Was hier jedoch gebraucht, gesucht und meist nicht gefunden wird, ist die Verbindung zwischen achtsamer menschlicher Berührung und bedingungslosem Angenommensein. Kuscheltherapie schließt genau diese Lücke. Sie verbindet achtsame Berührung mit liebevoller Annahme und Zuwendung – und kann so das Bedürfnis nach Verbindung und Geborgenheit erfüllen.
Berührungsarmut ist weit verbreitet
Liebevolle, achtsame Berührung ist ein menschliches Grundbedürfnis.
Und doch erleben immer mehr Menschen einen Mangel daran – einerseits, weil sie allein leben oder immer seltener fest in unterstützende Familienstrukturen oder enge Freundeskreise eingebunden sind. Andererseits, weil Nähe im Alltag häufig an Bedingungen geknüpft ist: an Partnerschaft, Familie, Leistungsfähigkeit oder sexuelle Verfügbarkeit. Hinzu kommt, dass in Partnerschaften, Familien und zwischen Freund:innen unterschiedliche Nähebedürfnisse bestehen können.
Bleibt dieses Grundbedürfnis über längere Zeit unerfüllt, entsteht Berührungsmangel als individuelle Folge gesellschaftlicher Berührungsarmut. Viele Menschen berichten von Gefühlen innerer Leere, Einsamkeit und erhöhter Anspannung – selbst dann, wenn sie sozial eingebunden sind. Der Körper bekommt zu wenig von dem, was ihn reguliert, beruhigt und in Verbindung bringt. Die Folgen von Berührungsmangel zeigen sich nicht nur im subjektiven Erleben, sondern auch auf körperlicher und psychischer Ebene. Anhaltender Stress und eine erhöhte Anfälligkeit für Erkrankungen können ebenfalls Folgen sein.
Berührungsmangel lässt sich letztlich nur durch Berührung lindern. Ein offenes Ohr und Verständnis – etwa in der Gesprächstherapie – können unterstützen. Nachhaltige Entlastung entsteht jedoch erst dort, wo achtsame, körperliche Zuwendung erfahren wird. Kuscheltherapie setzt genau hier an und schafft einen Raum für Geborgenheit, Ruhe, Annahme und wohltuende Nähe.
Wenn dich die Auswirkungen von Berührungsarmut interssieren, lies gern hier: „3 gravierende Folgen von Berührungsarmut: Stress, Einsamkeit und Berührungsmangel“
Abgrenzung zu Massage, Wellness, Sexarbeit
Massage arbeitet in der Regel funktional am Körper – etwa muskulär, strukturell oder entspannungsorientiert. Wellnessangebote zielen auf eine Auszeit vom Alltag ab und sind meist an eine konkrete Leistung oder Behandlung gebunden (z. B. Schönheitspflege, Detox). Im Kontext von Sexarbeit ist Nähe meist mit sexuellen Erwartungen, Rollen oder Zielsetzungen verknüpft.
Was diesen Angeboten fehlt, ist ein Raum für achtsame Berührung, die nicht an Funktion, Behandlung, Pflege oder sexuelle Erwartungen gebunden ist – ein Raum, in dem wohltuende Berührung um ihrer selbst willen entstehen darf – und in dem die Beziehungsebene klar im Vordergrund steht.
Kuscheltherapie setzt genau hier an. Sie bietet einen professionellen, klar gehaltenen Rahmen, in dem Berührung und zwischenmenschliche Zuwendung bewusst und sicher erlebt werden können – pur, ohne etwas anderes zu wollen. So entsteht ein Raum, in dem Wohlgefühl, Geborgenheit, Entspannung und echte menschliche Verbindung gleichermaßen Platz haben.
Kuscheltherapie – Was kann das?
Kuscheltherapie kann auf unterschiedlichen Ebenen wirken. Sie begegnet einem sehr konkreten Mangel unserer Zeit, unterstützt Wohlbefinden und kann sich positiv auf körperliche, emotionale und soziale Prozesse auswirken.
Gesundheitliche Auswirkungen
Durch achtsame Berührung kann das Nervensystem aus dem anhaltenden Stressmodus in einen parasympathischen Zustand wechseln – jenen Zustand, der für Ruhe, Regeneration und Erholung zuständig ist. In diesem Modus können Stresshormone sinken und körpereigene Regulations- und Erholungsprozesse werden unterstützt.
Diese Verschiebung wirkt sich auf verschiedene körperliche Systeme aus: Entzündungsfördernde Stressreaktionen können sich beruhigen und das Immunsystem kann in seiner regulierenden Funktion unterstützt werden. Viele Menschen erleben in diesem Zusammenhang eine tiefere Entspannung, die sich auch positiv auf Schlafqualität, Herz-Kreislauf-System und Blutdruck auswirken kann.
Mit der Zeit kann sich dadurch auch die Resilienz erhöhen. Das Nervensystem findet leichter in einen ausgeglicheneren Zustand zurück, innere Ressourcen werden wieder zugänglich.
Auch Schmerzen werden von vielen Menschen als weniger intensiv wahrgenommen. Da Berührungsimpulse im Nervensystem oft schneller verarbeitet werden als Schmerzsignale, können sie diese in der Wahrnehmung überlagern oder abschwächen.
Soziale Auswirkungen
Liebevolle, achtsame Berührung kann die Ausschüttung von Oxytocin fördern – einem Hormon, das mit Gefühlen von Sicherheit, Vertrauen und Zugehörigkeit verbunden ist. In diesem Zustand fällt es vielen Menschen leichter, sich zu entspannen und sich anderen zuzuwenden. Diese innere Sicherheit kann sich auf Beziehungen auswirken. Die Fähigkeit, in zwischenmenschlichen Kontakt zu gehen, Nähe zuzulassen und Bindungen einzugehen, wird gestärkt – sowohl im privaten als auch im sozialen Umfeld.
Wohlbefinden
Viele Menschen erleben Kuscheltherapie als eine tiefgreifende Unterstützung ihres inneren Wohlbefindens. Achtsame, liebevolle Berührung kann helfen, sich wieder verbundener mit sich selbst zu fühlen, zur Ruhe zu kommen und innere Spannungen loszulassen. Ruhe und Zufriedenheit stellen sich ein.
Gerade dort, wo Rückzug, Leere oder Erschöpfung spürbar sind, kann bewusste Berührung das emotionale Erleben positiv beeinflussen. Einsamkeitsgefühle können sich lindern, innere Anspannung und Ängste nehmen ab, auch depressive Verstimmungen können sich abschwächen.
Mit der Zeit wächst häufig die Körperwahrnehmung: Gefühle, Bedürfnisse, Grenzen und Wünsche werden klarer spürbar, die Feinsinnigkeit im eigenen Erleben nimmt zu. Daraus kann ein gestärktes Gefühl von Selbstannahme entstehen – ebenso wie mehr Selbstbewusstsein, Selbstliebe und die Fähigkeit, gut für sich zu sorgen. Viele Menschen berichten von einem neuen Zugang zu Freude, Lebendigkeit und innerer Ruhe.
Die Wirkungen, Lernfelder und Potenziale achtsamer, kuscheliger Nähe sind vielfältig – und längst nicht abschließend benannt.
Wenn dich dieser Aspekt besonders interessiert, lies dazu auch gern unseren Blogartikel: „Helfen Berührungen bei Depression?“
Kuscheltherapie – Kommunikation der Körper
Kuscheln ist die Kommunikation zweier (oder mehrerer) Körper. Noch bevor Worte entstehen, treten Nervensysteme miteinander in Kontakt: über Nähe, Spannung, Atem, Rhythmus und Berührung. In der Kuscheltherapie ist mindestens eine der beteiligten Personen darin geschult, diese körperliche Kommunikation bewusst wahrzunehmen und zu begleiten.
Kuscheltherapeut:innen verfügen über praktische Erfahrung, Feinfühligkeit und eine liebevolle, zugewandte Grundhaltung. Einfühlungsvermögen und Körperintelligenz ermöglichen eine intuitive Form der Begegnung – die Fähigkeit, andere Körper „zu lesen“ und mit dem eigenen Körper in einen stimmigen Dialog zu treten. In dieser abgestimmten Interaktion kann ein Zustand tiefer Präsenz und Verbundenheit entstehen, den viele als besonders nährend oder sogar als Flow erleben.
Körperintelligenz
Körperintelligenz beschreibt die Fähigkeit, körperliche Signale wahrzunehmen, zu deuten und angemessen darauf zu reagieren – bei sich selbst und bei anderen.
In der Kuscheltherapie bedeutet das, feine Veränderungen in Atmung, Spannung, Kontakt oder Rückzug wahrzunehmen und die eigene Berührung daran auszurichten. Der Körper gibt dabei den Takt vor. Er zeigt, was gerade stimmig ist, wo Grenzen liegen und wann Nähe nährt oder zu viel wird. Kuscheltherapeut:innen folgen diesen Signalen achtsam und respektvoll – nicht einem vorgefertigten Ablauf.
Verantwortung
Kuscheltherapeut:innen tragen eine große Verantwortung gegenüber ihren Klient:innen. Menschen begeben sich im wörtlichen Sinn in ihre Hände – oft in sensiblen, verletzlichen oder emotional offenen Zuständen. Deshalb ist es wesentlich, dass Kuscheltherapeut:innen ihre eigenen Themen rund um Nähe, Intimität, Grenzen und Macht reflektiert und bearbeitet haben. Nur so kann ein sicherer Raum entstehen, in dem Berührung nicht übergriffig, verwirrend oder belastend wirkt, sondern regulierend und stärkend.
Kuscheltherapie sollte nicht leichtfertig angeboten werden. Sie erfordert Reife, Selbstwahrnehmung und die Fähigkeit, Verantwortung auch dann zu halten, wenn starke Gefühle oder Reaktionen auftauchen.
Ausbildung & Professionalität
Kuscheln an sich kann jede:r lernen. Professionelles Kuscheln sollte jedoch nicht jede:r anbieten.
Eine fundierte Ausbildung ist die Grundlage für professionelles Arbeiten mit Nähe und Berührung. Sie vermittelt nicht nur Techniken, sondern vor allem Haltung, Klarheit, Selbstverantwortung und ein tiefes Verständnis für körperliche, emotionale und relationale Prozesse.
Wenn du tiefer verstehen möchtest, wie unterschiedliche Berührungsqualitäten wirken und welche Rolle Absicht und innere Haltung dabei spielen, lies gern hier weiter: „3 Arten des Berührungserlebens – die Übertragung von Absichten und Motiven“
Kuscheltherapie, Profikuschler:innen & andere Angebote – wo liegt der Unterschied?
Die Kuschellandschaft wächst, und mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Angebote: Kuscheltherapeut:innen, Profikuschler:innen, Berührungs- und Haltetherapeut:innen oder auch Kuschler:innen bieten verschiedene Formen professioneller Nähe an. Für Außenstehende ist oft nicht leicht zu erkennen, worin sich diese Formate unterscheiden.
Allen ist – so hoffen wir – gemein, dass sie mit Offenheit, Feinfühligkeit und Respekt für Nähe arbeiten und sich ernsthaft mit den Themen Berührung, Intimität und Beziehung auseinandergesetzt haben. Auch verfügen viele Anbieter:innen über Ausbildungen im Bereich professionellen Kuschelns.
Gleichzeitig unterscheiden sich diese Ausbildungen teils deutlich: in Dauer, Tiefe, Umfang und in der Vielfalt der behandelten Themen.
Im KuschelRaum verstehen wir Professionalität als die Fähigkeit, Berührung bewusst zu gestalten, klare Rollen zu halten und Menschen sicher durch Nähe zu begleiten – mit Präsenz, Achtsamkeit und Integrität.
Unsere Haltung im KuschelRaum
Wir im KuschelRaum sind überzeugt: Professionelles Kuscheln ist mehr als „schön zu berühren“.
Es erfordert weitreichende Fähigkeiten – insbesondere den klaren, ruhigen und professionellen Umgang mit den emotionalen Prozessen, die durch Nähe und Berührung entstehen können. Dazu gehören auch herausfordernde Gefühle, alte Muster oder intensive Reaktionen auf Seiten der Klient:innen.
Wir arbeiten deshalb mit dem Konzept der Metaebene:
- Auf der Erlebensebene ist das Kuscheln absichtslos. Klient:innen müssen nichts leisten, nichts erreichen, nichts verändern. Sie dürfen einfach sein, ankommen, Nähe empfangen und Verbundenheit tanken – in Sicherheit und ohne Erwartungsdruck.
- Auf der Metaebene hingegen arbeiten wir sehr bewusst und mit klarer Intention. Wir möchten Menschen darin unterstützen, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu wahren, ihre Wünsche klarer zu spüren und entspannt zu kommunizieren. Wir begleiten sie dabei, keine Kompromisse mehr einzugehen, wenn es um ihren Körper und um Berührung geht.
Ein zentrales Anliegen unserer Arbeit ist es außerdem, Klient:innen darin zu stärken, sich auch außerhalb der Kuscheltherapie mit nährender Nähe zu versorgen – in ihrem Alltag, in Beziehungen und im sozialen Umfeld. Kuscheltherapie soll nicht abhängig machen, sondern Selbstwirksamkeit fördern.
Aus diesem Grund ist unsere Ausbildung bewusst umfangreich und tiefgehend gestaltet. Ein klares Rollenbewusstsein zu vermitteln, ist dabei unerlässlich. Deshalb sprechen wir von Kuscheltherapie – und von Kuscheltherapeut:innen: weil wir Nähe nicht nur ermöglichen, sondern sie verantwortungsvoll begleiten. Nähe entsteht nicht zufällig, sondern in bewusst gestalteten, sicheren Räumen, in denen Grenzen respektiert, Bedürfnisse ernst genommen und Menschen in ihrer Würde geachtet werden.
Weiterlesen & Angebote
Hier erfährst du mehr über unsere Angebote rund um achtsame Berührung, Nähe und Beziehung. Wir wünschen dir viel Freude beim Entdecken – und hoffen, dass sie dein Leben und deine Beziehungen ebenso bereichern wie unsere.
- Kuscheltherapie – Mit professioneller Begleitung kuscheln und sich selbst sowie Nähe im geschützten Rahmen erforschen und erleben.
- Prozessorientierte Kuscheltherapie – Achtsame, körperorientierte Begleitung mit Fokus auf Sicherheit, Grenzen und Integration – besonders geeignet bei sensiblen Themen und in herausfordernden Lebensphasen.
- Somatisches Coaching – Berührung und Intimität bewusst gestalten und zulassen lernen, um präsenter, klarer und selbstbewusster in berührenden Kontakt mit anderen zu treten.
- Kuschelpartys – Mit Gleichgesinnten bewusste Kuschelerfahrungen machen und lernen, Nähe und Selbstfürsorge gut zu verbinden.
- Workshops – Raum für eine intensive Auseinandersetzung mit bewusster Berührung, Intimität, Beziehung und Consent.
Vertiefung & Hintergründe
Wenn du einzelne Aspekte vertiefen möchtest, findest du hier weiterführende Artikel:
- „Die Bedeutung von Nähe: Kuscheltherapie im Kontext von Missbrauch und Trauma“
- „Berührung, die beruhigt – Wie du mit sanften Impulsen dein Nervensystem stärkst“
- „Kuscheln für Weltfrieden – wie Nähe uns verändert“
- „Resilienz und Berührung: Wie körperliche Nähe uns hilft, widerstandsfähiger zu sein“
- „Kuschelhormone – das Glück ist nur eine Umarmung entfernt“
- „Kuscheltherapie und die Begleitung von trauernden Menschen“
Berührende Angebote selbst anbieten
Vielleicht bist du nach dem Lesen dieses Artikels überzeugt, dass Kuscheltherapie ein wertvoller, wirksamer Raum für Menschen sein kann – und möchtest selbst professionell mit Nähe und Berührung arbeiten.
In unseren Ausbildungen geht es nicht darum, Kuscheln zu lernen. Wir vermitteln, wie verantwortungsvolle Räume für Nähe geöffnet und gehalten werden – Räume, in denen Menschen sich sicher fühlen, sich verletzlich zeigen und Berührung auf körperlicher, emotionaler und relationaler Ebene zulassen können. Es geht um Präsenz, Selbstwahrnehmung und Verantwortung – und um die Fähigkeit, andere Menschen klar, achtsam und professionell zu begleiten.
Unser Ausbildungsangebot umfasst nicht nur Kuscheltherapie, sondern auch Somatisches Coaching, Workshops und Formate rund um bewusste Berührung, Beziehung und Consent. Schau dich gern um und finde heraus, welcher Weg für dich stimmig ist.


