Consent Workshop – Lerne, Grenzen zu setzen und dein klares Ja und Nein zu spüren
Consent ist die Grundlage jeder berührenden Begegnung. Ohne Einvernehmlichkeit entsteht Unsicherheit. Mit ihr entstehen Klarheit, Vertrauen und echte Verbindung. Und gleichzeitig geht Consent weit über unser berühendes Leben hinaus: Er zeigt sich in Gesprächen, in Entscheidungen und in der Art, wie wir miteinander im Alltag umgehen.
In diesem Artikel laden wir dich ein, Consent nicht nur zu verstehen, sondern zu erforschen und zu erleben. Dieser Artikel ist gleichzeitig ein Workshop, der dich Schritt für Schritt dabei begleitet, deine Grenzen wahrzunehmen, deine Wünsche klar zu kommunizieren und Consent bewusst zu gestalten.
Dieser Workshop deckt nicht alles ab – aber er berührt zentrale Aspekte, besonders im Zusammenhang mit Berührung, Nähe und Intimität. Er ermöglicht eine erste Auseinandersetzung mit diesem vielschichtigen Thema.
Consent-Kultur steht noch am Anfang – vieles ist noch nicht vollständig erforscht oder zu Ende gedacht. Es ist ein Weg – und dieser Workshop kann ein erster Schritt für dich sein. Consent braucht Übung.
Du kannst direkt hier starten oder dir das PDF „Workshop Consent“ herunterladen.
Wenn du tiefer gehen und die weitere Aspekte anschauen möchtest , kannst du das Thema auch in einer Gruppe erleben:
Inhalt
Was ist Consent – und warum ist er so wichtig?
Warum überhaupt eine Auseinandersetzung mit dem Thema? Ist nicht spürbar, ob die andere Person einverstanden ist oder nicht? – Ja und nein.
Körpersprache, Mimik, Stimme senden klare Signale: ob sich jemand wohlfühlt, entspannt oder eher angespannt ist, sich sogar in einer Abwehrhaltung befindet. Atem, Muskeltonus, Haltung – all das vermittelt Botschaften. Wir können diese Signale wahrnehmen und interpretieren und folgerichtig handeln. Aber Körpersprache kann auch missverstanden werden und sie kann uns sogar über die wahren Empfindungen hinwegtäuschen. Aus Höflichkeit oder Angst könnte unser Gegenüber ein Lächeln aufrechterhalten und in einer zugewandten Haltung bleiben – selbst dann, wenn sich die Situation nicht stimmig anfühlt.
Selbst wenn wir auf Basis unserer Beobachtungen oder bisherigen Erfahrungen ein deutliches Empfinden darüber haben, wie es unserem Gegenüber gerade geht, also spüren, ob alles in Ordnung ist oder auch nicht, ist es gut, eine gewisse Demut zu bewahren: Unser Gefühl kann uns trügen.
Fakt ist: Wir können nicht in andere hineinsehen. Wir sind keine Gedankenleser:innen – und unser Gegenüber auch nicht. Das heißt auch: Wir können nicht erwarten, dass die von uns gesendeten Signale fehlerfrei gedeutet und respektiert werden. Deshalb braucht es neben dem Spüren auch klare Kommunikation. Genau hier setzt Consent an – und so können Missverständnisse und Verletzungen vermieden werden.
Eine Definition von Consent*
Consent wird oft als Zustimmung verstanden: Eine Person erlaubt etwas, eine andere führt es aus. In der Arbeit von Betty Martin und dem Wheel of Consent wird dieser Begriff erweitert: Consent ist keine einseitige Erlaubnis, sondern eine Vereinbarung zwischen Menschen, eine Übereinkunft.
Nicht: Ich gebe dir Erlaubnis.
Sondern: Wir finden gemeinsam heraus, was für uns beide stimmig ist.
Dabei geht es nicht darum, dass alle automatisch glücklich sind oder sich alles leicht anfühlt. Auch in einer Vereinbarung kann es Ambivalenz geben. Unterschiedliche Bedürfnisse können gleichzeitig da sein. Grenzen sollten immer gewahrt werden.
Wichtig ist: Consent entsteht weder durch Durchsetzen noch durch Nachgeben, sondern durch Wahrnehmen, Kommunizieren und das Finden eines gemeinsamen Rahmens, der die Integrität aller Beteiligten achtet. Gerade im Kontext von Berührung bedeutet das: Wir orientieren uns am Körper. An den Signalen, die er uns sendet: Fühlt es sich wie ein Ja an – entsteht Weite, Weichheit, Entspannung. Fühlt es sich wie ein Nein an – entsteht Enge, Härte oder Anspannung.
* Warum wir das Wort „Consent“ verwenden:
Das deutsche Wort „Konsens“ wird heute meist für die Übereinstimmung von Meinungen verwendet. Die ursprüngliche Bedeutung von Zustimmung und Einwilligung ist weitgehend verloren gegangen. Im Kontext von Berührung reicht uns das nicht aus. Deshalb nutzen wir bewusst den Begriff „Consent“ als umfassenderen Ausdruck für bewusstes, gegenseitiges Einvernehmen. Er vereint Begriffe wie Konsens, Übereinstimmung, Zustimmung, gegenseitiges Einvernehmen und Einvernehmlichkeit in einem.
Consent im KuschelRaum – die Basis bewusster Berührung
Consent ist die Basis unserer Arbeit im KuschelRaum. Die Auseinandersetzung mit Fragen wie: Was möchte ich wirklich erfahren und mit wem? Hier und Jetzt? Wozu sage ich gerade Ja? Wozu habe ich wirklich meine Zustimmung gegeben? Wozu (eigentlich) nicht? Wozu hat der andere zugestimmt und wo nehme ich nur an, dass Zustimmung herrscht, weiß es aber nicht? Was mache ich, wenn ich mir unsicher bin? Wie gehe ich damit um, wenn meine Grenzen verletzt wurden? Wie gehe ich damit um, wenn ich die Grenzen eines anderen verletzt habe? Darf ich meine Meinung ändern, wenn ich einmal zugestimmt habe? Und und und…
Im KuschelRaum geht es unter anderem darum, zu lernen, keine Kompromisse mehr zu machen – weder mit sich selbst noch im Umgang mit anderen. Das bedeutet, sich selbst gut zu kennen und ein klares Verständnis davon zu haben, was Consent bedeutet – für sich und im Kontakt mit anderen. Einerseits heißt das, zu sich selbst zu stehen und sich zuzumuten – mit all den Grenzen und Wünschen. Und andererseits, die Grenzen des Gegenübers bedingungslos zu respektieren und dessen Wünsche zu achten – während man gleichzeitig die eigenen Grenzen wahrt.
Deshalb heißt Consent auch, mit Integrität in jede berührende Begegnung zu gehen.
Kann man Consent spüren – oder muss man ihn kommunizieren?
Viele Menschen glauben, dass sie spüren können, ob etwas für den anderen stimmig ist oder nicht. „Ich spüre doch, was der:die andere will.“
Ja – wir können viel wahrnehmen. Wir sehen Körpersprache, wir spüren Spannung oder Entspannung, Nähe oder Rückzug. Das kann uns Orientierung geben, aber auch in die Irre leiten. Auch können wir Signale unwillentlich oder auch absichtlich übersehen, weil sie nicht unserem Wunsch entsprechen. Oder unser Gegenüber passt die eigene Körpersprache an, maskiert sie manchmal sogar. Die Person kann lächeln, obwohl sich etwas nicht gut anfühlt. Sie kann entspannt wirken, obwohl sie das nicht ist. Und oft geschieht das nicht bewusst, sondern ganz automatisch – aus Höflichkeit, aus Angst oder aus Gewohnheit.
Dadurch entstehen viele Missverständnisse und auch Verletzungen. Oft unabsichtlich, weil wir davon ausgehen, klar zu spüren, dass unser berührendes Angebot sich noch stimmig und sogar schön für die andere Person anfühlt. Oder weil wir es gut meinen, zum Beispiel, indem wir etwas hinzufügen, das nicht abgesprochen war.
Und manche Menschen nutzen diesen unklaren Raum leider auch, um bewusst Grenzen zu übergehen. Dann fallen Sätze wie: „Es wurde ja nichts gesagt.“ / „Es wurde ja nicht Nein gesagt.“ / „Ganz am Anfang wurde zugestimmt.“
Consent schafft hier Klarheit und kann die Gefahr von Verletzungen deutlich reduzieren. Er entsteht nicht durch Annahmen, sondern durch Klarheit: durch verbale Kommunikation – ein ausgesprochenes Ja oder Nein, das Einhalten von getroffenen Absprachen und das Respektieren eines Neins. Spüren und Kommunikation gehören zusammen. Beides braucht es.
Das FAIR-Prinzip von Consent
Um Consent nicht nur zu verstehen, sondern konkret anwenden zu können, braucht es Klarheit darüber, wie ein „echtes Ja“ entsteht.
Es gibt verschiedene Zugänge zu diesem Thema – und die Auseinandersetzung damit ist vielschichtig und entwickelt sich stetig weiter.
Für diesen Workshop nutzen wir das FAIR-Prinzip als klaren und gut verständlichen Einstieg.
Consent in Kürze
Consent sollte FAIR sein. Er sollte
- F – Frei gegeben sein: Er wird frei von Manipulation, Erwartung oder Druck gegeben.
- A – Absolut zustimmend gegeben sein: Es werden keine Kompromisse gemacht. Einem Angebot wird zugestimmt oder nicht. Ein Ja ist ein Ja. Ein Nein ist ein Nein. Ein Vielleicht ist ein Nein.
- I – Informiert gegeben werden: Alle Parameter liegen offen und sie wurden ehrlich, klar und spezifisch kommuniziert.
- R – Rechtfertigungsfrei akzeptiert werden: Eine Entscheidung bezüglich Ja oder Nein, das Durchsetzen von Grenzen und das Äußern von Wünschen muss nicht gerechtfertigt werden.
Wir werden nun die einzelnen Teile des FAIR-Akronyms näher beleuchten. Eine erste Aufgabe ist, bei jedem Teil zu reflektieren, wie du dies in deinem Alltag erlebst – besonders im Zusammenhang mit Berührung und Intimität.
F – Frei gegeben:
Consent wird frei von Manipulation, Erwartung oder Druck gegeben.
Allein dieser erste Punkt hat es in sich. Denn wer ist schon wirklich frei von Erwartungen? Die Lernaufgabe ist hier, sich von dem Druck zu befreien, diesen Erwartungen gerecht werden zu müssen. Ja, ich nehme wahr, dass es Erwartungen an mich gibt, aber sie spielen für meine Entscheidung keine Rolle. Für meine Entscheidung ist einzig und allein wichtig, ob ich das Berührungsangebot annehmen möchte oder nicht.
Frei von Manipulation und Druck zu kommunizieren, bedeutet dem gegenüber und sich selbst Respekt zu erweisen.
Solltest du z. B. Druck verspüren, verwende „Ich fühle“- Aussagen, um deine Meinungen zu äußern: Also: „Ich fühle mich unter Druck gesetzt. Ich habe das Gefühl, hierzu Ja sagen zu müssen.“ statt: „Du setzt mich unter Druck.“
Deine Gedanken:
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A – Absolut zustimmend gegeben sein:
Es werden keine Kompromisse gemacht. Einem Angebot wird zugestimmt oder nicht. Ein Ja ist ein Ja. Ein Nein ist ein Nein. Ein Vielleicht ist ein Nein. Du machst keine Kompromisse. Du stimmst zu oder nicht. Du verbiegst dich nicht, um ein Ja geben zu können. Du stehst zu deinen Neins. Willst du etwas Neues ausprobieren und bist dir nicht sicher, wie es sein wird (bist vielleicht nicht super begeistert von der Idee oder dem Vorschlag), triff eine bewusste Entscheidung. Sage 100 %ig Ja dazu, es auszuprobieren, oder lass es ganz sein. Enthusiasmus ist ein guter Wegweiser, um zu erkennen, ob es ein volles Ja ist. Und Freude, um zu sehen, ob der gewählte Weg der richtige war.
Deine Gedanken:
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I – Informiert gegeben werden:
Alle Parameter liegen offen und sie wurden ehrlich, klar und spezifisch kommuniziert. Es bedeutet auch sich gegenseitig zu informieren, sollte sich etwas geändert haben.
Um deine spezifischen Parameter klar kommunizieren zu können, musst du sie und damit dich selbst gut kennen. Dafür brauchst du eine gute Verbindung zu deinem Körper und solltest in der Lage sein, seine Signale wahrzunehmen und zu respektieren.
Deine Gedanken:
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R – Rechtfertigungsfrei akzeptiert werden:
Eine Entscheidung bezüglich Ja oder Nein, das Durchsetzen von Grenzen und das Äußern von Wünschen muss nicht gerechtfertigt werden.
Du musst dich weder für deine Wünsche noch für deine Grenzen rechtfertigen. Alles darf jederzeit aus irgendeinem Grund oder auch ohne Grund geändert werden. Auch Versprechen können geändert werden. Was sich eben noch stimmig angefühlt hat, kann sich jetzt falsch anfühlen und umgekehrt.
Deine Gedanken:
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Consent erleben – Übungen für Einvernehmlichkeit
Im folgenden Workshop findest du konkrete Übungen, mit denen du Consent nicht nur verstehen, sondern direkt erleben und anwenden kannst.
Impuls 1: In Verbindung mit dem Körper treten
In Verbindung mit dem Körper treten bedeutet vor allem, sich Zeit zu nehmen, um zu spüren. Wie fühlt sich der Körper gerade an? Ist er angespannt oder entspannt? Sind bestimmte Körperteile angespannt? Wie ist der Atem – tief oder flach?
Eine gute Übung um mit dem Körper eine Verbindung aufzubauen, ist der Bodyscan, bei dem du dir wertungsfrei Zeit zum Spüren und Wahrnehmen nimmst. Du findest eine Aufnahme in unserem Youtube-Kanal. Mache sie für einige Zeit regelmäßig. So wird das Spüren des Körpers ein Automatismus und erfordert nur noch wenig bewusste Aufmerksamkeit.
Impuls 2: Ja sagen und Nein meinen
Sei es, weil wir nett sein wollen, weil wir einen Vorteil davon haben, weil wir uns nicht trauen, uns zu zeigen, oder weil wir vermeiden wollen, andere zu verletzten, sehr oft sagen wir zu etwas Ja, zu dem wir eigentlich gern Nein gesagt hätten. Frust, Wut und Resignation können entstehen, wenn wir das wieder und wieder zulassen. Daraus resultiert das Gefühl ausgenutzt zu werden und sich ausnutzen zu lassen.
Übung: Ja sagen und Nein meinen
Für diese Übung brauchst du eine:n Partner:in und einen Spiegel. Die Aufgabe ist, euch gegenseitig Fragen zu stellen, zu denen die meisten wohl Nein sagen würden, und diese jedoch immer mit einem lauten Ja zu beantwortet. Achtet auf die Reaktionen (eure eigenen und die eures:r Partner:in), auf Körpersprache, Tonfall, Gesichtsausdruck usw.. Es sind Reaktionen einer Person, die Dingen zustimmt oder Dinge zulässt, zu denen sie nicht voll und ganz Ja sagt. Es sind Reaktionen einer Person, die gegen das eigene Gefühl handelt.
Die Ziele dieser Übung sind:
- Sich selbst besser kennenzulernen: Was macht es mit mir, wenn ich zu etwas Ja sage und Nein meine? Welche Signale sendet mein Körper?
- Zu erkennen, wie sich ein falsches Ja anfühlt.
Auch wenn du schon gut in der Lage bist, deine Jas von deinen Neins zu unterscheiden und sie zu äußern, kann es sein, dass dein Gegenüber dies noch nicht so gut kann. Auch dafür ist dies eine gute Übung. Sich der Signale, die dein Gegenüber sendet, bewusster zu werden.
Ablauf:
Partner:in A sitzt so, dass er:sie sich im Spiegel sehen kann. Partner:in B stellt Fragen. Partner:in A antwortet unabhängig davon, was er:sie wirklich empfindet, immer mit Ja und beobachtet die eigenen Reaktionen im Spiegel. Nehmt bewusst wahr, was sich auf der körperlichen und emotionalen Ebene abspielt. Partner:in B beobachtet aufmerksam die Reaktionen von Partner:in A. Dann werden die Rollen gewechselt.
Teil 1: Fragen nach alltäglichen Dingen.
Hier ein paar Fragebeispiele. Seid kreativ im Ausdenken von eigenen Fragen und habt Spaß.
- Würdest du mir 3000 € leihen? Ich möchte ins Casino gehen.
- Darf ich in deiner Wohnung Silvesterböller abfeuern?
- Würdest du ab jetzt dreimal die Woche auf meine fünf Kinder aufpassen?
- Würdest du mir für eine Woche dein Auto leihen? Ich möchte eine Tour durch die Alpen machen.
Teil 2: Fragen im Zusammenhang mit Berührung.
Fragt euch nun nach leicht ekligen oder absurden Dingen in Bezug auf Berührung (nichts gewaltvolles, nichts sexuelles). Auch hier ein paar Beispiele:
- Darf ich in deine Augen pusten?
- Darf ich mit meinem Ellbogen sanft in deinem Bauch rumstochern?
- Darf ich mit meinem Po auf deinem Po rumhopsen?
- Darf ich mit meinem Finger in dein Nasenloch?
Setze dich nun mit den folgenden Fragen auseinander:
Wie war die Übung für dich? Was hast du über dich gelernt?
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Kennst du das Gefühl, zu etwas Ja zu sagen und Nein zu meinen? In welchem Zusammenhang und wie häufig?————————————————————————————————————————
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Schreibe dir Merkmale auf, auf die du in Zukunft achten kannst, wenn du Menschen Fragen stellst oder sie um etwas bittest.
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Impuls 3: Schuld, Scham und Grenzen
Kennst du Reaktionen wie Schuld oder Scham
- anderen gegenüber, wenn du deine Grenzen und deine Neins kommunizierst? Oder wenn du über deine Wünsche, Bedürfnisse und Träume sprichst?
- dir selbst gegenüber, wenn du Grenzen bzw. Bedürfnisse kommuniziert hast? Oder wenn du das nicht getan hast?
Schuld und Scham sind eng mit dem Thema Consent verknüpft. Wir fühlen uns schuldig uns zuzumuten und schämen uns für unsere Grenzen und Wünsche. Oft ist es einfacher, über die eigenen Grenzen zu treten als über die unseres Gegenübers und leichter, die Wünsche anderer zu erfüllen als die eigenen Wünsche durchzusetzen. Wir haben gelernt, mit den Konsequenzen zu leben. Und sie erscheinen uns tragbarer als die ungewissen Konsequenzen, die unsere Gegenüber ziehen könnten. Sie könnten mit Ablehnung reagieren, ja sogar die Beziehung abbrechen. Und um dies zu vermeiden, entscheiden wir uns oft für die Selbstverletzung.
Jedes Mal wenn wir eine Grenze von uns nicht halten, vertiefen wir die Wunde der Scham. – Betty Martin (Wheel of Consent)
Setze dich nun mit den folgenden Fragen auseinander:
Wie schwierig ist es für dich insgesamt, ehrlich zu deinen Jas und Neins zu stehen?
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Kennst du das Gefühl von Schuld oder Scham im Zusammenhang mit Bedürfnissen und Grenzen?
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Impuls 4: Umgang mit einem Nein
Ein Nein zu bekommen, fühlt sich erstmal nicht schön an. Manche Neins können uns tief treffen und wir fühlen uns komplett abgelehnt, ungeliebt, nichts wert. Doch mache dir bewusst: Ein Nein zu einem Angebot oder einer Bitte ist kein Nein zu dir. Nicht du wirst abgelehnt, sondern nur jetzt in diesem Moment dieses spezielle Anliegen von dir.
“Nein-Danke-Übung“
Du brauchst wieder eine:n Partner:in.
Die Ziele der Übung sind:
- Daran zu arbeiten, laut Nein zu sagen.
- Das Unbehagen über ein Nein und das Warten auf ein mögliches Nein (immer leichter) auszuhalten.
Sich gegenseitig zu ermutigen, ehrlich zu sein, indem Lob für gehaltene Grenzen ausgesprochen wird.
Ablauf:
Partner:in A stellt Partner:in B Fragen, die eine Person wahrscheinlich klar ablehnen würde. Nutzt unsere Beispiele und denkt euch eigene aus. Partner:in B wartet dann volle fünf Sekunden, bevor er:sie mit einem „Nein danke“ (oder einer Version davon) antwortet. Partner:in A lobt Partner:in B dafür, Nein gesagt zu haben und bedankt sich dafür. Partner:innenwechsel.
Teil 1 der Übung verläuft neutral. Die Fragen werden in einem neutralen Ton gestellt und ebenso wird die Antwort gegeben.
Teil 2 der Übung bietet die Möglichkeit, mit der Art und Weise, wie die Fragen gestellt werden, zu spielen – also z. B. manipulative Sätze zu verwenden oder Druck aufzubauen. Habt Spaß daran, verschiedene Strategien zu entdecken und trotzdem Nein zu sagen.
Hier ein paar Fragebeispiele in der neutralen Version:
- Würdest du mit mir fünfmal hintereinander „Titanic“ ansehen?
- Würdest du mir dein größtes Geheimnis verraten?
- Würdest du mir kräftig für zwei Stunden den Rücken massieren?
Hier ein paar Fragebeispiele in der manipulativen Version:
- Es wäre sooo toll, wenn du …
- Du würdest mein Leben retten wenn, … / Du bist der einzige, der jetzt noch …
- Du traust dich doch, … Du bist doch nicht etwa zu feige?
- Es ist doch wirklich nicht zu viel verlangt, wenn du …
Beispiele für Wertschätzung:
- Sehr gut. Ich danke dir.
- Danke, ich weiß deine Ehrlichkeit zu schätzen.
- Weißt du, ich fühle mich sicherer, wenn ich weiß, dass du deine Grenzen gut halten kannst.
- Danke, dass du mir zutraust, mit deinem Nein umgehen zu können.
- Das war mutig von dir.
Setze dich nun mit den folgenden Fragen auseinander:
Was haben die Neins mit dir gemacht? Konntest du sie einfach so hinnehmen? Wie hat es sich angefühlt, auf eine Antwort zu warten?
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Was hat der manipulative Teil mit dir gemacht? Kennst du das? Von dir? Von anderen? In welchen Situationen?
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Wie hat es sich angefühlt, ein Lob für ein Nein zu geben/erhalten?
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Fällt es dir insgesamt schwer, ehrliche Antworten zu geben oder sie zu erhalten? Hast du eine Idee, warum?
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Wenn ein Nein auf eine Bitte keine Option ist, dann war es keine. Dann war es eine Forderung. Eine Bitte umfasst die Möglichkeit eines Neins.
Impuls 5: Wünsche äußern und Grenzen setzen
Wünsche zu äußern bzw. Grenzen zu setzen und diese offen zu kommunizieren, fällt uns oft nicht wirklich leicht. Wir befürchten Ablehnung als Reaktion oder wollen nicht, dass sich unser Gegenüber abgelehnt fühlt. Was hilft, ist nicht zu lange mit der Kommunikation zu warten, sondern sehr direkt zu sein. Denn je klarer und emotionsfreier die Wünsche ausgesprochen und die Grenzen gesetzt und gehalten werden, desto leichter können sie von der anderen Person akzeptiert werden. Schwierig wird es meist erst, wenn der Wunsch oder das Nein lange oder wiederholt zurückgehalten wurden und nun mit Historie, mit aufgestauten Gefühlen aufgeladen sind. Ungeduldig, wütend oder traurig werden sie dann geäußert und die Wahrscheinlichkeit ist wesentlich höher, dass sich der:die Empfänger:in angegriffen und verletzt fühlt und dementsprechend reagiert.
Übung: Eine künstliche Grenze setzen
In dieser Übung praktiziert ihr, Wünsche auszusprechen und Grenzen zu setzen. Im Falle von Grenzen ist es am Anfang leichter, eine zu setzen, die eigentlich gar keine ist. Ihr setzt also eine künstliche Grenze.
Ziele der Übung sind:
- den Umgang mit Grenzen zu üben
- zu üben, Wünsche frei und offen auszusprechen
Ablauf:
Partner:in A fragt Partner:in B für 3 Minuten nach Berührungen, die er sich wirklich wünscht, also z. B. „Darf ich…?“ und „Würdest du…?“
Partner:in B antwortet ehrlich mit Ja oder Nein. Ist es ein Ja, wird eine Grenze (eine Einschränkung bzw. Abstufung) erfunden bzw. gesetzt. Dann werden die Rollen getauscht.
Hier ein paar Beispiele:
- „Darf ich deinen Arm streicheln?“ – „Ja, du darfst, aber nur bis zum Ellbogen.“
- „Würdest du mich fest umarmen?“ – „Ja, aber nur für fünf Sekunden.“
- „Darf ich in deinen Haaren wühlen?“ – „Ja, aber nur auf der rechten Seite.“
- „Würdest du mir über den Nacken streichen?“ – „Nein.“
Setze dich nun mit den folgenden Fragen auseinander:
Wie hat es sich angefühlt, einen Wunsch zu äußern?
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Wie hat es sich angefühlt, eine Grenze zu setzen?
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Impuls 6: Widerstehe dem Drang der Rechtfertigung
Widerstrebe dem Drang, erklären zu wollen warum du eine bestimmte Grenze gesetzt hast. Widerstrebe dem Drang, dein Nein zu verteidigen. Ein Nein ist ein vollständiger Satz.
Widerstrebe dem Drang zu rechtfertigen, warum du diesen Wunsch gern erfüllt bekommen möchtest. Dein Wunsch hat Berechtigung, nicht unbedingt erfüllt, aber zumindest respektvoll gehört zu werden.
Mute dich zu.
Impuls 7: Du darfst deine Meinung ändern
Oftmals geben uns soziale oder familiäre Verpflichtungen das Gefühl, keine Wahl zu haben. Wir haben ein Versprechen gegeben, sind eine Verpflichtung eingegangen und müssen sie nun einhalten. Die Angst ist oft, Gefühle zu verletzten, wenn wir ein Ja zurücknehmen müssen oder wollen. In diesem Zusammenhang geht es um die Balance zwischen Geben und Nehmen, die wichtig für alle gesunden Beziehungen ist. Gibst du nur (um allen Menschen zu gefallen), wird dich dies über kurz oder lang auslaugen. Gehst du wieder und wieder über deine Grenzen, droht sogar Burn-out.
Natürlich gibt es Situationen, in denen Kompromisse notwendig sind oder in denen wir unsere eigenen Wünsche hinten anstellen, aber um solche Situationen geht es in diesem Workshop nicht. Hier geht es um Berührung, um das Recht des Körpers zu bekommen, was er sich wünscht, und nur mitzumachen, wozu er wirklich bereit ist. Im KuschelRaum üben wir, keine Kompromisse mehr zu machen. Deshalb: Du darfst deine Meinung jederzeit ändern. Du darfst. Immer, jederzeit und zu allem. Wenn du berührst und kuschelst, gibst du zu keiner Zeit ein bindendes Versprechen ab. Natürlich hältst du dich an die vereinbarten Regeln, aber was das Kuscheln innerhalb dieser Regeln betrifft, kannst du jederzeit deine Meinung ändern. Zu allem: Zu Versprechen, die du gemacht hast, zu einer Berührung, die du gerade gibst oder empfängst, zu einer Grenze die du gesetzt hast, zu einem Angebot, dem du zugestimmt hast.
Setze dich nun mit den folgenden Fragen auseinander:
Wann hättest du gern Nein gesagt und hast es nicht getan – und zu wem?
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Wie fühlt es sich an, über die eigenen Grenzen zu gehen?
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Wie fühlt es sich an, die eigenen Grenzen zu halten?
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Übung: Deine Meinung ändern
Dies ist eine wunderbare Übung für all jene, die viel zu oft Ja sagen, um es anderen recht zu machen.
Ziele der Übung sind:
- zu üben, die eigene Meinung zu ändern und sich mit dieser Erfahrung auseinanderzusetzen
- zu erkennen, dass die meinung zu ändern, eine Option ist
Ablauf:
Du entscheidest dich zusammen mit deinem:r Partner:in für eine einfache Sache in Bezug auf Berührung, z. B. das Halten der Hand oder das Streicheln des Rückens. Etwas, zu dem beide jetzt im Moment ein Ja haben.
Partner:in A fragt nun Partner:in B: „Darf ich deine Hand halten?“ Partner:in B sagt „Ja.“ Dann findet die Berührung statt.
In Teil 1 wartet Partner:in B fünf Sekunden und ändert dann seine:ihre Meinung bzw. nimmt die Zusage zurück. „Ich habe meine Meinung geändert. Ich möchte nicht, dass du meine Hand hältst.“
In Teil 2 der Übung ändert Partner:in A seine:ihre Meinung nach fünf Sekunden und nimmt den Wunsch zurück. „Ich habe meine Meinung geändert. Ich möchte nicht mehr deine Hand halten.“ In beiden Runden wird die Berührung beendet. Dann werden die Rollen getauscht.
Setze dich nun mit den folgenden Fragen auseinander:
Wie hat es sich angefühlt, die Meinung zu ändern und ein gegebenes Versprechen zurückzunehmen?
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Wie hat es sich angefühlt, wenn ein erhaltenes Versprechen nicht eingelöst wurde? Was wäre ein guter Umgang damit?
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Impuls 8: Consent verhandeln
Verhandeln im Zusammenhang mit Consent und Berührung ist nicht vergleichbar mit einer geschäftlichen Verhandlung, bei der es darum geht einen Kompromiss zu finden, mit dem alle Beteiligten leben können oder sich gegenseitig zu übervorteilen.
Verhandeln im Zusammenhang mit Consent und Berührung bedeutet was Grenzen angeht keine Kompromisse zu machen, sondern genau zu schauen, was stimmig ist und was nicht. Es geht darum kompromisslos nur das zu tun, wozu man aus vollem Herzen Ja sagen kann, und gleichzeitig im Gespräch zu bleiben. Ein Nein ist also nicht das Ende der Konversation, sondern wird erweitert durch ein Angebot. Die Konversation/Verhandlung geht weiter, denn sehr wahrscheinlich gibt es etwas, auf das sich beide einigen können und wozu alle Beteiligten wirklich Ja sagen können.
(Wenn nicht, ist das auch in Ordnung.) Ein Ja wird ergänzt durch Spezifikationen, um so die Anfrage genau zu formulieren.
Verhandlung bedeutet also zu bestätigen, zu klären oder neu zu konfigurieren, was geschehen wird.
Übung: Richtig Verhandeln
Eine weitere Partner:innenübung, bei der ihr das Verhandeln tatsächlich übt. Da die Verhandlung laut geführt werden muss, könnt ihr euch auch Feedback zum Tonfall, der Lautstärke und zu Formulierungen geben.
Ziele der Übung sind:
- Die eigenen Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen und auch klar kommunizieren zu können
- Herauszufinden, zu was du jetzt in diesem Moment wirklich bereit bist. Wozu kannst du jetzt aus vollem Herzen Ja sagen? Das kann in einer halben Stunde bereits anders sein. Es geht nur um den aktuellen Moment.
- Geduld zu üben und solange zu verhandeln, bis wirklich alles stimmig ist
- Zu lernen im Umgang mit Verhandeln weder ungeduldig, noch zornig, noch resigniert zu werden (Mir-egal-Haltung), sondern entspannt zu bleiben.
- Dankbar zu sein, für das was geht und sich nicht auf den Mangel zu fokkusieren, auf das, was gerade nicht geht.
Ablauf:
Partner:in A teilt Partner :in B seine:ihre Wünsche im Zusammenhang mit Berührung mit. Partner:in B nimmt sich mindestens 5 Sekunden Zeit, um zu antworten und antwortet ehrlich: Sagt Ja, wenn er:sie Ja meint, und Nein, wenn er:sie Nein meint. Ein Vielleicht bedeutet, dass es noch etwas braucht, damit es ein Ja sein kann oder dass es eigentlich ein Nein ist. Im Falle eines Ja folgt eine Spezifizierung (Welcher Druck? Wie lange? Die Hand oder nur die Finger? Streicheln, tippen, massieren oder stupsen?) oder ein zusätzlicher Vorschlag. Im Falle eines Nein wird eine weitere Option hinzugefügt, die für Partner:in B angenehm wäre, oder er:sie teilt mit, dass er:sie offen für etwas anderes wäre, aber Hilfe bräuchte, um herauszufinden, was.
Seid ehrlich miteinander, nehmt euch Zeit für die Antwort. Klärt, was geändert werden muss, und lasst euch helfen, um ein Alternativangebot zu finden.
Hier sind ein paar Beispiele für Ja-Antworten:
- „Kann ich eine Umarmung bekommen?“ … warte fünf Sekunden… „Ja, und können wir währenddessen drei Atemzüge zusammen machen?“
- „Darf ich eine Umarmung haben?“ … warte fünf Sekunden… „Ja, und ich würde danach gerne etwas Umarmungsähnliches machen. Gibt es etwas, für das du offen wärst?“
- „Würdest du mir eine 30-minütige Rückenmassage geben?“ … warte fünf Sekunden… „Ja, was genau möchtest du? Kräftig oder sanft? Würdest du dich dafür hinlegen, es ist für mich angenehmer als dich zu massieren, wenn du sitzt?“
Hier sind ein paar Beispiele für Nein-Antworten:
- „Darf ich eine Umarmung haben?“ … warte fünf Sekunden… „Nein, aber wie wäre es mit einem Händedruck?“
- „Darf ich eine Umarmung haben?“ … warte fünf Sekunden… „Nein, aber ich wäre offen für eine Begrüßung ohne Berührung. Hast du einen oder mehrere Vorschläge, mit denen du dich wohlfühlen würdest?“
- „Würdest du mir eine 30-minütige Rückenmassage geben?“ … warte fünf Sekunden… „Nein, aber ich könnte es für 5 Minuten tun.“
Setze dich nun mit den folgenden Fragen auseinander:
Wie hat es sich angefühlt, in Verhandlung zu gehen?
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Kannst du dir vorstellen, diese Praxis nicht nur im KuschelRaum sondern auch im „Leben“ anzuwenden?
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Ein wichtiger Aspekt der „Frag and Warte“-Methode besteht darin, den Menschen die Zeit und den Raum zu geben, den sie brauchen, um frei von Druck zu entscheiden, wie sie sich fühlen, welche Bedürfnisse sie gerade haben und was sie wollen. Die Methode ist sehr hilfreich für eine Atmosphäre, in der sich alle beim Setzen von Grenzen und beim Äußern von Wünschen wohl fühlen.
Consent im Alltag integrieren
Consent ist nichts, das nur in Workshops oder in besonderen Begegnungen stattfindet. Es ist eine Haltung, die du in deinen Alltag mitnehmen kannst. Sie kann sich in der Art zeigen, wie du eine Frage stellst, in der Pause, die du lässt, bevor du antwortest und in dem Moment, in dem du spürst, ob etwas für dich stimmig ist oder nicht und auch danach handelst.
Consent im Alltag zu leben bedeutet nicht, alles zu hinterfragen oder jede Entscheidung schwer zu machen. Es bedeutet vielmehr, langsamer und klarer zu werden. Ehrlicher. Bewusster. Du kannst anfangen, kleine Dinge zu verändern: dir einen Moment Zeit nehmen oder auch konkret nachfragen, statt automatisch zuzusagen, ein Nein aussprechen, auch wenn es ungewohnt ist, eine Bitte klarer formulieren.
Auch im Kontakt mit anderen verändert sich etwas: Du hörst genauer hin. Du gibst Raum für echte Antworten. Du beginnst, Neins nicht persönlich zu nehmen – und deine eigenen ernster.
Consent ist im Grunde ein Weg des Erwachens. Langsam beginnst du, feiner wahrzunehmen: Was ist gerade wirklich ein Ja? Wo entsteht ein inneres Zögern? Wo gehst du vielleicht über dich hinweg? Consent wird so Schritt für Schritt zu etwas, das dir innere Orientierung gibt. Und vielleicht bemerkst du mit der Zeit: Du wirst entspannter, Berührung wird angenehmer und Beziehungen werden ehrlicher und tiefer.
Vertiefung: Wheel of Consent nach Betty Martin
Sich mit dem Thema Consent auseinanderzusetzen ist lohnenswert und wichtig und es gibt noch viel auch über diesen Workshop hinaus zu entdecken. Setze dich z. B. mit dem „Wheel of Consent“ von Dr. Betty Martin auseinander.
Einen ersten Eindruck vom Wheel of Consent kannst du auch in unseren Beiträgen gewinnen:
Consent als Praxis – ein fortlaufender Weg
Consent ist vielschichtig – und es gibt nicht die eine richtige Antwort. Und gleichzeitig ist die Auseinandersetzung damit zutiefst lohnenswert.
Das F.A.I.R.-Prinzip ist ein klarer und kraftvoller Zugang. Es ist ein wichtiger Beitrag zu einem gesunden Umgang miteinander und kann helfen, alte Wunden und Verletzungen zu heilen.
Tipp: Wiederhole diesen Workshop in einem Jahr. So kannst du sehen, was sich verändert hat. Zu lernen, für dich selbst, deine Grenzen, Wünsche und Bedürfnisse einzustehen, ist ein Prozess.
Vielen Dank, dass du dir die Zeit für diesen Workshop genommen hast.
Hier findest du noch einmal das PDF zum „Workshop Consent“ zum Herunterladen.
Entdecke auch die Übung „Bodyscan“, um deine Körperwahrnehmung weiter zu verfeinern.


