Kakao und Kuscheln – eine berührende Mischung

Seit Jahrtausenden wird Kakao als mehr gesehen als nur ein Genussmittel. Überlieferungen der Maya und Inka erzählen von seiner Kraft, Menschen dabei zu unterstützen, ihr inneres Gleichgewicht wiederzufinden. Kakao galt als herzöffnende Pflanze, die dazu diente, uns wieder mit unserem Herzen in Kontakt zu bringen und uns zu zeigen, was und wer wir wirklich sind.

In Kombination mit achtsamer Berührung entsteht daraus eine besonders berührende Mischung, die sich gegenseitig verstärkt. Kakao hilft, ins Spüren zu kommen und die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Aus dieser inneren Klarheit heraus treten wir in berührenden Kontakt mit anderen – und können tiefe Verbundenheit erleben.

Sanfter Körperkontakt zwischen zwei Frauen. Die Hand liegt am Herzen, Nähe und Entspannung stehen im Vordergrund.
Kakao schenkt uns Herzöffnung und Verbindung mit uns selbst.
Innige Umarmung zwischen zwei Frauen im Rahmen einer achtsamen Kuschelerfahrung. Körperliche Nähe wird bewusst und respektvoll gestaltet.

Kakao – Nahrung der Götter

Der Kakaobaum trägt den botanischen Namen Theobroma cacao – wörtlich übersetzt „Speise der Götter“ (theo = Gott, broma = Speise). Auch der Begriff Schokolade verweist auf seine tiefere Bedeutung: Er stammt vom aztekischen Wort xocoatl („bitteres Wasser“), das sich aus yollotl (Herz) und eztli (Blut) zusammensetzt. Bereits die herzförmige Frucht deutet auf ihre zentrale Wirkkraft hin: Kakao steht wie kaum eine andere Pflanze für Herzöffnung.

Seit über 3000 Jahren werden Kakaobohnen verwendet. Für die Maya und Azteken waren sie heilig und galten als „Nahrung der Götter“. Kakao diente nicht als alltägliches Nahrungsmittel, sondern wurde als Medizinpflanze eingesetzt – als Heilmittel, als Wachmacher für Soldaten und als Bestandteil religiöser Zeremonien. Mama Kakao, auch die Kakao-Deva genannt, wurde als eine der mächtigsten Göttinnen verehrt.
Kakao wird eine sehr feminine Energie zugeschrieben. Sie wirkt erdend und körperorientiert – im Gegensatz zu Kaffee, der eher anregend auf den Geist wirkt. Im weiteren Verlauf dieses Textes sprechen wir daher von Kakao in der weiblichen Form.
Seit dem 17. Jahrhundert ist Kakao auch in Europa bekannt, zunächst als Arznei. In Deutschland konnte sie lange Zeit ausschließlich in Apotheken erworben werden und wurde wegen ihrer vielfältigen gesundheitlichen Wirkungen geschätzt. Erst mit der industriellen Massenproduktion von Schokolade wandelte sich Kakao zunehmend zu einem reinen Genussmittel. Dabei gingen nicht nur Wissen und Ritual verloren, sondern auch ein Großteil ihrer ursprünglichen Wirkkraft – denn in herkömmlicher Schokolade ist nur noch ein Bruchteil der wertvollen Inhaltsstoffe enthalten.

Heute kehrt das Wissen um diese besondere Pflanze langsam zurück. Immer mehr Menschen – darunter auch Schaman:innen und Ritualbegleiter:innen – arbeiten wieder bewusst mit Kakao. Sie gilt als Vermittlerin zwischen uns und unserem inneren Wesen, unserer Seele. In Resonanz mit dem Herzen kann sie uns dabei unterstützen, unsere tiefste Wahrheit wahrzunehmen und ans Licht zu bringen.

Inhaltsstoffe der Kakaobohne

Die Kakaobohne zählt zu den nährstoffreichsten Pflanzen überhaupt. Ihre besondere Wirkung entfaltet sich durch die Vielzahl an enthaltenen Substanzen, die in einem natürlichen Zusammenspiel wirken:

  • 54,0 % Kakaobutter
  • 11,5 % Eiweiß
  • 9,0 % Zellulose
  • 7,5 % Stärke und Pentosane
  • 6,0 % Gerbstoffe und farbgebende Bestandteile
  • 5,0 % Wasser
  • 2,6 % Mineralstoffe und Salze
  • 1,2 % Theobromin
  • 1,0 % verschiedene Zucker
  • 0,2 % Coffein
  • Rest: organische Säuren und Geschmacksstoffe

100 % roh und schonend verarbeiteter Kakao enthält über 300 wirksame Inhaltsstoffe. Wird Kakao über 50 Grad erhitzt, chemisch behandelt, weiterverarbeitet oder mit Milchprodukten vermengt, verliert sie einen Großteil ihrer Nährstoffqualität und damit auch ihrer ursprünglichen Wirkkraft. Dies trifft auf die meisten Produkte zu, die im Supermarkt – aber auch im Bioladen – erhältlich sind.
Darum ist die Qualität des verwendeten Kakaos entscheidend, insbesondere dann, wenn sie in einem zeremoniellen oder bewusst erfahrungsorientierten Kontext eingesetzt wird.

“Kein zweites Mal hat die Natur eine solche Fülle der wertvollsten Nährstoffe auf einem so kleinen Raum zusammengedrängt wie gerade bei der Kakaobohne.” – Alexander von Humboldt

Wirkung von zeremoniellem Kakao

Die Wirkung von zeremoniellem Kakao kann sich auf sehr tiefgehende Weise entfalten. Sie gilt sowohl als „Medicine Plant“ als auch als „Teacher Plant“. Das bedeutet, dass Kakao nicht nur physiologisch auf den Körper wirkt, sondern auch auf einer therapeutischen und erfahrungsbasierten Ebene unterstützen kann.

Ihre sanfte und zugleich langanhaltende Wirkung von bis zu fünf Stunden entsteht durch den hohen Fettgehalt der Pflanze. Dieser sorgt dafür, dass die enthaltenen Wirkstoffe nach und nach vom Körper aufgenommen werden. Kakao wirkt dadurch nicht abrupt oder überstimulierend, sondern gleichmäßig, tragend und gut integrierbar in bewusste Erfahrungsräume.

Kakao als Heilpflanze – Wirkung auf Körper und Gesundheit

Kakao enthält eine Vielzahl an Substanzen, die sich positiv auf Körper und Nervensystem auswirken können:

  • Kakao enthält Serotonin, das sogenannte „Glückshormon“, sowie Tryptophan, das die körpereigene Serotoninproduktion anregt. Dadurch kann Kakao entspannend, stimmungsaufhellend und angstlindernd wirken.
  • Theobromin fördert die Durchblutung des Herzens und verhindert Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Flavonoide können die Gehirnaktivität fördern und stehen im Zusammenhang mit einem reduzierten Risiko für Schlaganfälle und neurodegenerative Erkrankungen, wie bspw. Alzheimer.
  • Die Bitterstoffe des Kakaos unterstützen Leber und Nieren bei Entgiftungsprozessen und können helfen, emotionale Spannungen wie Ärger oder Traurigkeit loszulassen. Aus diesem Grund ist es wichtig, während und nach einer Kakaozeremonie ausreichend Wasser zu trinken. Andernfalls kann es zu Kopfschmerzen oder Übelkeit kommen – dem sogenannten „Kakaokater“.
  • Studien an Tieren zeigen, dass regelmäßiger Kakaokonsum die Lebenserwartung erhöhen kann. Es wird davon ausgegangen, dass sich diese Wirkung in Teilen auch auf den Menschen übertragen lässt.

Die transformierende Wirkung von Kakao

Kakao besitzt ein großes Potenzial als Heilpflanze für inneres Wachstum. Sie unterstützt die bewusste Hinwendung zu dem, was dem eigenen inneren Bedürfnis entspricht, und öffnet Räume für neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten.
Kakao ist keine Substanz, die dazu dient, Erfahrungen zu betäuben oder zu verdrängen. Vielmehr lädt sie dazu ein, auch schmerzhaften Themen mit Präsenz und Offenheit zu begegnen. Dabei wirkt sie sanft und respektvoll: Kakao bringt uns an die Schwelle einer Erfahrung, ohne uns hindurchzuschieben. Sie lässt Wahlfreiheit und Selbstbestimmung.
Durch dieses behutsame Wirken kann Kakao helfen, emotionale und körperliche Spannungen Schicht für Schicht wahrzunehmen und zu integrieren. Sie macht innere Schatten sichtbar, ohne zu überfordern, und eröffnet die Möglichkeit, ihnen mit Mitgefühl zu begegnen, anstatt sie wegzustoßen oder weiter zu unterdrücken. Kakao öffnet das energetische Herz und unterstützt Erfahrungen von Liebe, Mitgefühl und Dankbarkeit – insbesondere uns selbst gegenüber. Alte Verstrickungen können sich lösen, sodass mehr Klarheit, Selbstbestimmung und Selbstliebe in den Alltag zurückkehren. Auf diese Weise kann die Arbeit mit Kakao nachhaltige Veränderungen im Erleben und im Leben unterstützen. Ein besonderes Geschenk dieser Arbeit ist die tiefe Dankbarkeit, die entstehen kann – für uns selbst, für den Weg, den wir gegangen sind, für das Leben und die Schöpfung selbst.

„If you can’t feel it, you can’t heal it.“ — Iqra Reza

Kakaozeremonie – Ritual und Erfahrung

Ein Ritual schafft eine Verbindung zu dem archaischen Anteil in uns, der tief an seine Wirkung glaubt. Es unterstützt dabei, sich der eigenen Wünsche und Absichten bewusst zu werden und diese durch das ritualisierte Erleben besonders im Inneren zu verankern. Bewusst und unbewusst richten wir unser Erleben und unser Handeln nach ihnen aus – und geben dem, was uns wichtig ist, Raum, sich zu entfalten.
Eine Kakaozeremonie kann auf unterschiedliche Weise gestaltet werden. Im Folgenden stellen wir dir eine einfache Variante vor.

Komme ganz im Hier und Jetzt an.
Atme tief und voll und nimm eine aufrechte Sitzhaltung ein, bei der dein Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule ruht. Verbinde dich mit der Erde und spüre, wie diese Verbindung deinen ganzen Körper nährt, durchströmt und stabilisiert. Lass Liebe und Wohlwollen aus der Erde in dich fließen, dein gesamtes Wesen erfassen und dein Herz anfüllen.
Bringe dann die Kakao zu deinem Herzraum. Setze eine Intention oder sprich deine Wünsche in dein Herz und in die Kakao. Fühle dich hinein, als wären deine Wünsche bereits wahr geworden, und lasse diese Gefühle in dein Herz und in die Kakao fließen. Spüre, wie ein stiller Austausch zwischen deinem Herzen und der Kakao entsteht – eine Verbindung mit der Weisheit und Liebe der Pflanze und deines eigenen Herzens.
Beginne nun, die Kakao langsam zu trinken. Spüre, wie sie dein ganzes Wesen berührt und dein Herz sich weiten darf. Vertraue dich der Kakao an und lass dich von ihrer Energie leiten.

Folge dem, was sich zeigen möchte: Gedanken, Bilder, Visionen oder Gefühle. Bleibe dabei in Kontakt mit deinem Körper und atme weiterhin tief und bewusst. Die Kakao unterstützt dich dabei, deine Körperwahrnehmung feiner und intensiver zu erleben.

„Ritual is the passage of the soul into the infinite.“ – Algernon Blackwood

Klangschale und Salbei zur Einstimmung auf ein Kakao-Ritual.

Zubereitung und Rezepte

Für eine zeremonielle Portion benötigst du:

  • 30 g rohe bzw. zeremonielle Kakao (2-3 EL)
  • 100 ml Wasser oder Milchersatz, am besten eignet sich Hafermilch
  • 1/2 TL Gewürzmischung*
  • 1 Prise Chilipulver(Wenn du die Kakao eher als Getränk zu dir nehmen möchtest, nimm 20- 40 g Kakao und 200 ml Flüssigkeit. Und versüße dir dein Getränk je nach Geschmack mit ca. 1 TL Kokosblütenzucker.)

Wenn du Kakao eher als Getränk genießen möchtest, verwende 20–40 g Kakao mit ca. 200 ml Flüssigkeit. Nach Geschmack kannst du es mit etwa 1 TL Kokosblütenzucker süßen.

Erwärme das Wasser oder den Milchersatz, ohne ihn zum Kochen zu bringen. Gib die Kakao in die warme Flüssigkeit und rühre so lange, bis sich die Kakaomasse vollständig aufgelöst hat. Füge anschließend die Gewürze und – falls gewünscht – etwas Kokosblütenzucker hinzu. Zum Schluss kannst du eine Prise Chilipulver untermischen. Chili regt die Zirkulation an und unterstützt so die Aufnahme der Kakao.

Um die volle Wirkung zu entfalten, empfiehlt es sich, zwei bis drei Stunden vor der Zeremonie nichts Schweres zu essen. Zudem wird die Wirkung der Kakao positiv beeinflusst, wenn am Tag der Zeremonie auf Kaffee, Alkohol, Zucker und Milchprodukte verzichtet wird.

* Gewürzmischung: Sehr gut eignet sich Yogitee (reiner Gewürztee ohne Schwarzteeanteil), der im Mixer zu feinem Pulver gemahlen wird. Alternativ kannst du auch eine einfache Mischung aus Zimt und Kardamom verwenden.

Rezeptvariationen

Möchtest du die Wirkung der Kakao in eine bestimmte Richtung vertiefen, kannst du sie mit ausgewählten Zutaten ergänzen:

Herzöffnende Mischung
Rosenblüten oder ätherisches Rosenöl, Vanille

Wärmende Mischung
Zimt, Muskat, Pfeffer, Ingwer

Freudvolle Mischung
Zimt, Orangenschale oder ätherisches Öl Wild Orange

Beruhigende Mischung
1 TL Speiselavendel mit der Flüssigkeit aufkochen, kurz abkühlen lassen und die Kakao anschließend wie gewohnt zubereiten.

Kakaodealer:innen unseres Vertrauens

Für eine Kakaozeremonie ist die Qualität der verwendeten Kakao entscheidend. Kakao aus dem Supermarkt oder den meisten Bioläden ist in der Regel nicht geeignet, da er stark verarbeitet, erhitzt oder mit Zusätzen versehen ist. Dabei gehen viele der ursprünglichen Inhaltsstoffe und ein Großteil der Wirkkraft verloren.

Zeremonieller Kakao stammt aus schonender Verarbeitung, ist möglichst roh und wird bewusst angebaut. Solcher Kakao ist nur bei ausgewählten Anbieter:innen erhältlich, die transparent mit Herkunft, Verarbeitung und Qualität umgehen. Auch Herkunft und Sorte spielen eine Rolle: Kakao aus unterschiedlichen Regionen – etwa aus Bali oder Peru – unterscheidet sich nicht nur im Geschmack, sondern auch in seiner Wirkung. Wie wählst du deine Sorte aus? Schau, was am besten zu dir passt. Wenn du dir das Land vorstellst, weißt du intuitiv, zu welcher Kakao es dich zieht.

Wir arbeiten und empfehlen verschiedene Anbieter:innen, bei denen wir gute Erfahrungen mit Qualität und Haltung gemacht haben, darunter

goodmoodfood,
cacaolovesme
und HeartSolutions.

Wir wünschen dir viel Freude beim Schmecken und Entdecken.

Viel Freude beim Entdecken der Herz-berührenden Mischung!

Kakao und achtsame Berührung entfalten ihre Wirkung besonders im Zusammenspiel – als Einladung, erst bei sich selbst anzukommen und dann in bewussten Kontakt zu gehen. Sie können dabei unterstützen, Themen behutsam anzuschauen, im eigenen Tempo zu spüren und neue Erfahrungen in einem sicheren Rahmen zu machen.

Hier findest du unsere beiden Kakao-Kuschel-Formate.
Kuschelsession mit Kakaozeremonie mit einem:r Kuscheltherapeut:in deiner Wahl.
Conscious Cuddle Experience „Kakao und Kuscheln“ in der Gruppe.

Entdecke Kakao und Kuscheln in einer berührenden, achtsam gehaltenen Kombination.