3 erprobte Rituale für mehr Selbstliebe
Selbstliebe ist die Liebe zu sich selbst. Liebe zu sich selbst bedeutet, sich selbst wertzuschätzen und respektvoll mit sich selbst umzugehen. Sich selbst als wertvollen Menschen mit ganz speziellen Fähigkeiten und Eigenschaften anzuerkennen und auch anzunehmen. Sich bewusst zu sein, dass jede:r – auch man selbst – etwas ganz Besonderes beizutragen hat in dieser Welt.
In diesem Artikel stellen wir dir drei kleine, kraftvolle und alltagstaugliche Rituale vor, wie du deine Selbstliebe tagtäglich üben und stärken kannst. Drei Wege, die dazu führen können, dass du dich annimmst, wie du jetzt gerade bist. Bedingungslos.
Selbstliebe – was heißt das?
Selbstliebe heißt, eine liebevolle Beziehung zu dir selbst zu entwickeln.
Dich anzunehmen mit all den Eigenheiten, Vorlieben und Abneigungen, die du im Laufe deines Lebens entwickelt hast. Mit dem, was dir leichtfällt – und dem, was dich herausfordert. Mit dem, was du an dir magst, und dem, womit du manchmal haderst.
Dazu gehört auch, deinen Körper anzunehmen, so wie er ist, mit all den Unzulänglichkeiten auf die wir uns so gerne fokussieren (Falten, Speckpölsterchen, zu kurze Beine …) anstatt das Wunder wertzuschätzen, dass unser Körper ist: Er ist das Vehikel, dass uns die Welt erleben und erfahren lässt.
Selbstliebe bedeutet ebenso, dein Inneres anzunehmen. Dein Selbst.
„Das bin ich und ich finde mich gut, so wie ich bin. Ich bin einzigartig. Mein Weg ist einzigartig. Ich habe vieles überlebt, gemeistert, ich habe mich weiterentwickelt, bin gewachsen – stetig. WOW!“
An diesen Punkt zu gelangen ist ein Weg.
Und dieser Weg bedeutet nicht, sich nie wieder verändern zu wollen. Eher im Gegenteil: die Veränderungen, die ohnehin geschehen, zu umarmen und willkommen zu heißen. Selbstliebe heißt, dich für dein Jetzt-sein nicht zu hassen oder zu verurteilen. Wir alle haben einen Weg hinter uns – mit vielen kleinen Entscheidungen, die wir getroffen haben, um gesund zu bleiben, uns weiterzuentwickeln, unseren Platz zu finden und einen Beitrag zu leisten. Diesen Weg anzuerkennen und zu ehren, ist ein wesentlicher Teil von Selbstliebe.
Und ja: Wir können uns weiterhin Ziele setzen: uns gesünder zu ernähren (bspw. Industriezucker wegzulassen), uns mehr zu bewegen, etwas für die Gemeinschaft zu tun, uns regelmäßiger bei Freund:innen zu melden, täglich zu meditieren, einen Tanzkurs zu belegen, … oder endlich Kampfsport auszuprobieren. Nicht aus Mangel oder Druck, besser sein zu müssen – sondern aus Freude, aus Neugier und aus Verbundenheit mit uns selbst.
Sich selbst zu lieben ist eine Tätigkeit, ist etwas Aktives. Und wie alle Tätigkeiten können wir sie üben und besser darin werden. Es gilt, einfach anzufangen und dranzubleiben.
Übung „Den eigenen Weg ehren“
Mache einen Waldspaziergang und stelle dir einen Timer auf 10, 15 oder 20 Minuten. Gehe in deinem Tempo. Und sage dir bei jedem Schritt – laut oder innerlich:
„Ich gehe meinen Weg.“
Wenn der Timer endet, bleibe einen Moment stehen oder gehe langsam weiter. Spüre nach: Wie geht es dir mit diesem Satz? Kannst du ihn annehmen? Kannst du seine schlichte Wahrheit fühlen?
Dann stelle den Timer erneut. Gehe weiter und sage dir bei jedem Schritt:
„Ich ehre meinen Weg.“
Nimm dir danach wieder Zeit zum Nachspüren: Was hat sich verändert? Wie fühlst du dich gerade? Welche Gedanken tauchen auf? Wie fühlt sich dein Körper an?
Es gibt hier kein richtig oder falsch. Wenn sich die Übung stimmig angefühlt hat, mache sie gern mehrmals über einen längeren Zeitraum.
Selbstliebe und Selbstfürsorge gehen Hand in Hand
Ein wichtiger Aspekt von Selbstliebe ist Selbstfürsorge.
Sich gut um sich selbst zu kümmern. Gesund zu leben. Den eigenen Körper ernst zu nehmen und gut auf ihn aufzupassen, ihn zu pflegen – und ebenso mit den eigenen Emotionen in Kontakt zu bleiben und den Geist wach zu halten.
Selbstfürsorge bedeutet, über die Zeit immer feiner herauszufinden, was dich stärkt und nährt. Dich selbst und deine Bedürfnisse besser kennenzulernen. Zu spüren, wann es Zeit ist für Aktivität – und wann für Rückzug.
Sie schafft die Basis für ein erfülltes, kraftvolles Leben.
Und sie ist grundlegend dafür, dass wir Nächstenliebe langfristig schenken können – nicht aus Pflicht oder Erschöpfung, sondern aus Fülle. Mit Freude. Mit Energie. Selbstfürsorge lässt uns zum Geschenk werden.
Mini-Übung: Mit einer Emotion in Kontakt kommen
Nimm dir einen Moment Zeit. Setze oder lege dich bequem hin. Richte deine Aufmerksamkeit nach innen und frage dich sanft: Welche Emotion ist gerade am deutlichsten da?
Du musst sie nicht benennen. Es reicht, sie wahrzunehmen.
Spüre dann, wo in deinem Körper du diese Emotion am stärksten fühlst. Im Brustraum? Im Bauch? Im Hals? Oder ganz woanders?
Lege – wenn es sich stimmig anfühlt – eine Hand an diese Stelle. Atme ein paar Atemzüge ruhig ein und aus.
Du musst nichts verändern. Nichts lösen. Nichts verstehen. Allein das Dasein mit dem, was gerade da ist, ist bereits Selbstfürsorge.
Challenge: Unperfekte Komplimente
Bewundere etwas an einer:m Freund:in, das diese Person selbst vielleicht gar nicht so toll an sich findet – und sprich es aus.
Ein kleines, ehrliches Kompliment. Ohne Bedingungen. Ohne „wenn du nur …“. Ohne „aber“.
Übt euch gemeinsam im einfachen „Danke.“ Und nehmt bewusst Abstand von Sätzen wie: „Ach Quatsch.“ / „Das stimmt doch nicht.“ / „Das finde ich eher doof an mir.“ – Lebe das vor, wenn du Komplimente von ihr:ihm erhältst.
Mit solchen Komplimenten lädst du deine Freund:innen ein, sich selbst anders zu sehen. Sanfter. Wohlwollender.
Und ja – vielleicht werden sie anfangs abwehren, lachen oder abwinken. Bleib dran. Beschenke sie immer wieder mit deinem Blick auf sie.
Irgendwann landet es. Sackt ein. Und vielleicht fangen sie eines Tages an, genau so über sich selbst zu denken.
Wäre das nicht schön?

Ritual Nr. 1 – Liebesdusche
Dies ist gleich mein Lieblingsritual – am liebsten gleich nach dem Aufwachen morgens.
Lade deine Hände mit Liebe auf, z. Bsp. indem du sie aneinander reibst oder sie auf dein Herz legst und dir vorstellst, Liebe in sie hineinzuatmen. Dann fange am Kopf an und kraule kurz deine Haare und deinen Kopf, dann streichele dich ganz liebevoll und zart im Gesicht, am Hals, an den Armen und Händen und wenn du magst am ganzen Körper. Die Liebesdusche kann natürlich zu jeder Tages- und Nachtzeit wiederholt und angewendet werden.
Tipp: Lasse die Liebesdusche zu einem ganzsinnlichen Erlebnis werden. Integriere dafür alle Sinne oder so viele Sinne wie du magst:
- Höre dabei eines deiner Lieblingslieder oder summe oder singe leise vor dich hin.
Songvorschläge
„Come Tenderness“ – Lisa Gerrard
„I am“ – Nirinjan Kaur
„I am light“ – Indie Arie - Nutze einen Duft, der dich betört und inspiriert. Ich empfehle etwas natürliches wie ein gutes ätherisches Öl. Meine Wahl ist „Console“ (= Trost) von doTERRA*. Diesen gebe ich auf meine Handgelenke und lasse meine Arme dann durch die Luft und miteinander tanzen, während ich sie berühre – so verteilt sich der Duft über mir im Raum.
- Um den Sehsinn anzusprechen, könntest du eine Pflanze/Blume/Blüte bewundern oder dir inspirierende Fotos neben das Bett legen.
- Für den Geschmackssinn nasche ein kleines Stück Obst oder starte den Tag mit echtem Kakao. (Warum? Lies gern unseren Blogartikel: „Kakao und Kuscheln – eine berührende Mischung“.
So sind gleich am morgen alle Sinne erweckt. (Dies ist ein deutlich anderes Erwachen, als auf dem Klo die ersten E-Mails zu checken.)
Ritual Nr. 2 – Selbstliebe tanzen
Mache deine Lieblingsmusik an und dann lasse dich von ihr bewegen. Es geht nicht um Schönheit, Anmut, Eleganz oder einen perfekt gestreckten Fuss. Es geht allein um Genuss und die Freude an deinem Körper.
Lass dich von der Musik tragen, bewegen und verzaubern. Lasse deinen Körper tanzen, lasse dich tanzen und liebe dich dafür.
Sei deinem Körper dankbar, dass er sich so wundervoll bewegen kann. Genieße die Bewegungen, das Schwingen – das wilde und sanfte.
Musik zum Tanzen
„It’s the end of the world as we know it“ – REM
„Naturaleza“ – Danit
„Chattr Chakkr“ – Nirinjan Kaur
Tipp: Schüttele dich vorher. Dasselbe Prinzip wie beim Tanzen, nur lass hierbei deinen Körper sich schütteln, wie er möchte. Es aktiviert wunderbar und bringt Emotionen in Harmonie.
Musik zum Schütteln
„Shake it out“ – Florence + The Machine
„Kundalini Awakening – Sacral Chakra Chakra“ – Shamanic drumming
Ritual Nr. 3 – Liebevoll Duschen und Eincremen
Was kann einfacher zu integrieren sein?!? Dieses kleine Ritual dauert maximal 5 Minuten und ist an (fast) jeden Tag durchführbar. Natürlich ist es auch wirksam, wenn es ab und zu als etwas Besonderes zelebriert wird.
Dusche bewusst, d.h. nimm das Wasser auf deiner Haut, sein Streicheln, das Perlen der Tropfen, die Wärme ganz bewusst wahr und stelle dir vor, dass das Wasser alles abspült, was nun nicht mehr zu dir gehört, was ausgedient hat, was gehen darf. Fühle dich gereinigt von oben bis unten.
Nutze auch dein Duschbad oder deine Seife ganz bewusst. Hier kannst du das Liebesdusche-Ritual auch zum Einsatz bringen. Trockne dich liebevoll ab und rubbel dich nicht einfach so trocken. Dann creme dich langsam ein: Ganz bewusst, jedes Körperteil. Lass deine Haut sich nähren von den Inhaltsstoffen, atme den Duft ein, hülle dich ein in Selbstfürsorge. Liebe dich.
Tipp: Kaufe dir dafür eine ganz besondere Creme oder Körperbutter.
Selbstliebe verkörpern
Selbstliebe ist nicht nur etwas Inneres. Sie will gelebt werden. Gespürt werden. Verkörpert. Achtsame, liebevolle Berührung kann ein kraftvoller Weg sein, dir selbst näherzukommen. Sie kann dabei unterstützen, den eigenen Körper wieder als sicheren Ort zu erleben, Grenzen zu spüren, Bedürfnisse wahrzunehmen und dich selbst ernst zu nehmen – jenseits von Leistung oder Selbstoptimierung.
Im KuschelRaum schaffen wir dafür bewusste Erfahrungsräume.
Auf unseren Conscious Cuddle Experiences entstehen Begegnungen, in denen Nähe achtsam gestaltet wird: Jede Begegnung wird abgesprochen, jede Berührung erfragt. Jedes Nein respektiert. Jedes Ja bewusst wahrgenommen. Du kannst lernen, deine Wünsche und Grenzen wahrzunehmen und auszusprechen. Du kannst üben, dich zu zeigen, dich abzugrenzen oder Berührung zuzulassen – in deinem Tempo. Oft werden dabei Bedürfnisse spürbar, die vorher noch keinen klaren Platz hatten.
Oder du gönnst dir eine Kuschelsession und lässt dich kuschelnderweise verwöhnen – ganz so, wie es dir entspricht. Für viele Menschen beginnt Selbstliebe genau hier: In der Erfahrung, gehalten zu sein, liebevoll berührt zu werden. In einer Begegnung, die nichts will und nichts fordert. Die einfach für dich da ist.
Kleine Übung zum Abschluss „Alles ist gut“
Lege eine Hand auf dein Herz und eine auf deinen Bauch.
Atme ein paar Mal ruhig ein und aus.
Spüre, wie sich dein Körper anfühlt, wenn du nichts tun musst.
So ist es jetzt.
Vielleicht ist das schon ein Anfang.
Selbstliebe heißt nach seinen Bedürfnissen zu leben
Selbstliebe heißt sich selbst und die eigenen Bedürfnisse kennenzulernen und immer mehr auch nach ihnen zu leben – nach dem, was uns wirklich entspricht, nicht was andere meinen, was dir bestimmt gut tun würde oder wie oder was du oder dein Leben zu sein hätte.
(Für alle noch sehr jungen Menschen: Älter werden und sein ist hier sehr hilfreich. Also freut euch auf eine immer mehr wachsende innere Entspannung und Laissez-faire-Haltung, falls ihr diese noch nicht so gut internalisiert habt.)
Das ist kein einmaliger Akt, sondern ein fortlaufender Prozess. Einer, der sich im Alltag zeigt: in kleinen Entscheidungen, im Setzen von Grenzen, im Erlauben von Pausen und im Mut, dir selbst treu zu bleiben.
Manches wird mit der Zeit leichter. Manches braucht Übung. Und vieles klärt sich ganz von allein, wenn du beginnst, dir zuzuhören.
Ich wünsche dir viel Freude beim Leben von Selbstfürsorge und Selbstliebe.
Angeline


